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Meldungen aus dem Bezirksverband Weser-Ems
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Jugendgruppe „Projekt Frieden“ am Wochenende in Osnabrück

Spurensuche Osnabrück e.V.

Von der Grabsteinverlegung bis zur Begegnung mit Angehörigen

Am Wochenende verbrachte die Jugendgruppe „Projekt Frieden“ einen Arbeitstag auf dem Heger Friedhof in Osnabrück. Gemeinsam mit dem Verein Spurensuche Osnabrück e.V. setzte sie sich intensiv mit den dortigen Kriegsgräbern auseinander. Dabei stand nicht nur die historische Aufarbeitung im Mittelpunkt, sondern auch praktische Denkmalpflege.

Gemeinsam maßen die Teilnehmenden einen Grabstein ein und verlegten ihn anschließend neu. Besonders bewegend war, dass Angehörige des Kriegstoten bei der Verlegung anwesend waren und so eine direkte Verbindung zwischen Erinnerungsarbeit und Familiengeschichte entstand.

Das Schicksal von Michael Walczak

Michael Walczak wurde in Polen geboren, zog jedoch bereits in seiner Kindheit mit seiner Familie nach Deutschland. Er war Kommunist und zeitweise Mitglied der KPD. Nach der Machtübernahme der Nationalsozialisten im Jahr 1933 geriet er aufgrund seiner politischen Überzeugungen ins Visier des Regimes. Infolgedessen verlor er seine Anstellung als Gärtner beim Stadtgartenamt.

Am 4. April 1945, dem letzten Kriegstag in Osnabrück, kam es in der Goslingschen Schnapsbrennerei am Neumarkt zu einer Explosion, bei der mehr als 20 Menschen ums Leben kamen. Michael Walczak überlebte die Explosion zunächst, erlag jedoch fünf Tage später im Krankenhaus seinen schweren Verbrennungen. Bis heute konnte nicht abschließend geklärt werden, wie es zu dem Unglück kam.

Bei der Verlegung seines Grabsteins waren seine Ururenkelin sowie zwei seiner Enkel anwesend. Die Begegnung mit ihnen hinterließ bei den Mitgliedern der Jugendgruppe einen nachhaltigen Eindruck.

Jugendgruppe „Projekt Frieden“

Wir von „Projekt Frieden“, sind eine engagierte Gemeinschaft junger Menschen, die sich für die tiefere Auseinandersetzung mit der Kriegszeit und der Pflege von Kriegsgräberstätten in Niedersachsen einsetzt.

Jedes Jahr kommen wir an drei bis vier Projektwochenenden an unterschiedlichen Orten in ganz Niedersachsen zusammen und widmen uns den lokal-historischen Zusammenhängen. Es gibt ein Frühjahrs-, ein Herbst- sowie ein Weihnachtstreffen.

Auf den Kriegsgräberstätten werden wir aktiv, reinigen Grabsteine, entfernen Unkraut oder widmen uns anderen pflegerischen Arbeiten. Außerdem setzen wir uns intensiv mit den Schicksalen der Kriegstoten auseinander. Durch verschiedene interaktive Workshops, Führungen oder Museumsbesuche wollen wir das Verständnis für Geschichte bei Jugendlichen und jungen Erwachsenen fördern.

Wir sind der festen Überzeugung, dass unsere Bemühungen nicht nur die Erinnerung an die Zeit der Weltkriege bewahren, sondern auch einen kleinen, jedoch bedeutsamen Beitrag für den Frieden leisten.

Uns ist es wichtig einen Raum zu schaffen, in welchem wir uns austauschen und Freundschaften, die über die Projekttreffen hinausgehen, entstehen und pflegen können. Bei unseren Treffen übernachten wir meist in Selbstversorgerhäusern, kochen gemeinsam, veranstalten Spieleabende oder genießen die Gemeinschaft am Lagerfeuer.

Das „Projekt Frieden“ bietet eine offene Atmosphäre, um neue Mitstreiterinnen und Mitstreiter kennenzulernen, spannende Aktionen zu gestalten und gemeinsam etwas zu bewegen.


Wenn du Lust hast, das „Projekt Frieden“ näher kennenzulernen, melde Dich gerne und sei dabei!

Kontakt

Weitere Informationen zum „Projekt Frieden“ gibt es bei der Jugendassistentin im Landesverband Nicole Smolka jugend-niedersachsen@volksbund.de