Meldungen aus dem Bezirksverband Weser-Ems
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Nachruf auf Horst Heinrich (1935–2026)

Das Schicksal des Vaters als Motivation

Porträtaufnahme von Horst Heinrich

privat

Der Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge trauert um den ehemaligen langjährigen Geschäftsführer des Kreisverbandes Delmenhorst, Horst Heinrich. Der Diakon im Ruhestand starb am 22. Februar 2026 im Alter von 90 Jahren.

Horst Heinrich führte von 1978 bis 1998 die Geschäfte des Kreisverbandes Delmenhorst. Zu seinen Aufgaben gehörte es unter anderem, die Gedenkstunde zum Volkstrauertag zu gestalten. Dafür organisierte er nicht nur Redebeiträge, Filme und Ähnliches, und band dabei insbesondere viele junge Menschen ein. Sondern als Leiter des Posaunenchors des Kirchenkreises Delmenhorst, der bereits seit 1948 ununterbrochen bei Kranzniederlegungen zum Volkstrauertag mitgewirkt hatte, holte er „seine“ Bläser auch zu den Feiern hinzu. Die musikalischen Beiträge organisierte und dirigierte er bis 2011, als er die Leitung des Ensembles nach einem halben Jahrhundert an seinen Sohn übergab, der die Tradition seitdem fortführt.

Ebenso kümmerte sich Horst Heinrich in Zusammenarbeit sowohl mit verschiedenen Schulen als auch mit Soldaten aus den damals noch zwei Kasernen in Delmenhorst um die jährliche Haus- und Straßensammlung zugunsten des Volksbundes. Gemeinsam mit mehreren Delmenhorster Schulen machte er sich darüber hinaus um die Pflege der Kriegsgräber auf dem Friedhof an der Wildeshauser Straße verdient.

Die Motivation für seine Tätigkeit im Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge zog Horst Heinrich vor allem aus dem Schicksal seines Vaters. Gegen Ende des Zweiten Weltkrieges war die ganze Familie per Treck aus Ostpreußen über das Haff und die Kurische Nehrung vor der Front geflohen. Auf dieser Flucht wurde der Vater dann noch zum Volkssturm eingezogen – seitdem hat die Familie nie wieder etwas von ihm gehört oder gesehen.