Dorfarchive sind für die Erforschung und Konservierung von Regionalgeschichte unerlässlich. Ein Besuch in Harkebrügge hat gezeigt, wie umfangreich so ein Archiv aussehen kann.
Unter der Leitung der Heimatforscher Heinz Frerichs und Richard Machatzke werden hier wertvolle historische Dokumente, Fotos aus Harkebrügge, persönliche Sammlungen und archäologische Funde sorgfältig archiviert. Die Sammlung umfasst unter anderem eine umfassende Sammlung von Kriegstagebüchern des Ersten und Zweiten Weltkrieges, Berichte und Exponate zum Kriegsende 1945 sowie archäologische Funde wie Tonscherben aus dem 9. Jahrhundert. Ergänzt wird das Archiv durch Heimatliteratur und Ortschroniken.
Ausgerechnet Hans Eveslage, ehemaliger Landrat und damals Kreisvorsitzender des Volksbundes in Cloppenburg, ist es mit zu verdanken, dass das Dorfarchiv im ehemaligen Wohnhaus des Harkebrügger Pfarrers seine Räumlichkeiten beziehen konnte. Eine 2018 von ihm mitbegründete Bürgerstiftung ermöglicht es den Bürgerinnen und Bürgern des Dorfes, das Zusammenleben aktiv im heutigen Heimathaus zu gestalten. So konnte das bis dato privat geführte Archiv von Frerichs an einen Ort überführt werden, an dem sich Menschen über die Orts- und Regionalgeschichte informieren und Recherchen anstellen können.
Regelmäßig finden im Heimathaus Ausstellungen statt, die Einblicke in die Vergangenheit Harkebrügges geben. Auch an örtlichen Schulen können Auszüge daraus ausgestellt werden. Begleitend hält das Team ihre umfassende Erkenntnisse immer wieder in Buchveröffentlichungen fest. Zuletzt ist Ich hatt' einen Kameraden – Gewidmet den Gefallenen und Verstorbenen des Ersten Weltkrieges 1914–1918 aus Harkebrügge erschienen. Basierend auf Verlustlisten, Gedenktafeln und Überlieferungen wurden die Schicksale aller Harkebrügger zurückverfolgt, die im Ersten Weltkrieg ihr Leben lassen mussten.
Das Dorfarchiv ist ein Ort, an dem Regionalgeschichte erfahrbar wird und deren Tür für Besucher, Familienforscher und Interessierte nach Rücksprache gerne offen steht.