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Meldungen aus dem Bezirksverband Weser-Ems
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Zweite Tafeleinweihung im Emsland

Schülerinnen des Mariengymnasiums Papenburg präsentieren Geschichts- und Erinnerungstafel


Ein eindrucksvolles Zeichen für Erinnerungskultur und historisches Engagement setzten die Schülerinnen des Mariengymnasiums Papenburg mit der Einweihung einer neuen Geschichts- und Erinnerungstafel auf dem St.-Antonius-Friedhof. Im Laufe des Schuljahres 2025/26 haben sie sich intensiv mit den dortigen Kriegsgräbern auseinandergesetzt und den oft anonym gebliebenen Opfern ein Stück ihrer Geschichte zurückgegeben.

Im Mittelpunkt ihrer Arbeit standen unter anderem die Lebensgeschichten von Otto Choinowski, Konrad Szyszkowski und Fritz Rehfeld. Durch ihre Recherchen konnten die Schülerinnen individuelle Schicksale sichtbar machen und damit einen wichtigen Beitrag zur lokalen Erinnerungskultur leisten.

Intensive Recherche und starke Zusammenarbeit

Über mehrere Monate hinweg beschäftigten sich die Schülerinnen mit Biografien, Todesumständen und der historischen Entwicklung der Kriegsgräberstätte. Unterstützt wurden sie dabei vom Dokumentations- und Informationszentrum (DIZ) Emslandlager in Papenburg, dem Forum Sögel e.V. sowie dem Pfarrarchiv Papenburg.

Auch die praktische Umsetzung des Projekts war das Ergebnis gelungener Zusammenarbeit: Die Berufsbildenden Schulen (BBS) Papenburg fertigten die Halterung für die Tafel an und trugen so entscheidend zur Realisierung bei.

Würdevolle Einweihung mit Raum für persönliches Gedenken

Neben der inhaltlichen Arbeit planten die Schülerinnen auch die Einweihungsveranstaltung mit großer Sorgfalt und viel Engagement. Ziel war es, einen würdevollen Rahmen zu schaffen – ein Anspruch, der bei der Veranstaltung deutlich spürbar war. 

Im Rahmen der Einweihung legten die Schülerinnen einen Kranz zum Gedenken an alle Kriegsopfer nieder. Zudem wurde gemeinsam mit einem Angehörigen ein Blumenstrauß am Grab seines Onkels abgelegt. Dieser Moment schuf Raum für individuelles Erinnern und persönliche Trauer.

Bedeutung für Gegenwart und Zukunft

Zur offiziellen Einweihung würdigte der Landesgeschäftsführer des Volksbundes Deutsche Kriegsgräberfürsorge, Marco Wingert, das Engagement der Jugendlichen. Er betonte die besondere Bedeutung der Tafel für heutige und zukünftige Generationen. Durch Bilder, Skizzen, Diagramme und erläuternde Texte vermittle sie eindrücklich die Folgen der Weltkriege und der Zeit des Nationalsozialismus.

Auch Papenburgs Bürgermeisterin Vanessa Gattung hob den Wert der Schülerarbeit hervor. Gerade in einer Zeit, in der Krieg in Europa wieder Realität sei und demokratische Werte unter Druck stünden, komme Projekten wie diesem eine besondere Bedeutung zu. Die Tafel lade dazu ein, sich aktiv mit Geschichte auseinanderzusetzen und daraus für die Gegenwart zu lernen.

Ergebnisse des Projekts

Zum Abschluss der Veranstaltung stellten die Schülerinnen ihre Arbeit und Ergebnisse vor. Dabei spannten sie einen historischen Bogen vom Wahlerfolg der NSDAP in Papenburg über die Zeit des Nationalsozialismus bis hin zur Nachkriegszeit und der Entstehung der hiesigen Kriegsgräberstätte. Diese ist eine von vielen Grabanlagen, die nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs errichtet wurden.

Friedhof als Lern- und Erinnerungsort

Mit der neuen Geschichts- und Erinnerungstafel wird der St.-Antonius-Friedhof nun noch stärker als Bildungs- und Erinnerungsort genutzt. Interessierte können die Tafel vor Ort besuchen. Darüber hinaus steht sie kostenlos in der Mediathek des Volksbundes Deutsche Kriegsgräberfürsorge e.V. zum Download zur Verfügung.

Weitere Eindrücke von der Tafeleinweihung erhalten Sie in den folgenden Videobeiträgen von emsTV und JUZ TV.